Kissen fürs Landhausgarten-Brocki

10 Kissen gehen auf die Reise. Dazu noch eine Gartenschürze und zwei Taschen.

Ich hatte die Ehre für Verena Zürchers Landhausgarten-Brocki Kissenbezüge zu nähen. Die Stoffe und Spitze, die sie mir dafür gab, hat sie von ihrer Grossmutter. Die Einzige Vorgabe war „Landhausstil“, also durfte ich Experimentieren und Ausprobieren. Das kam dabei heraus:

KissenbezügeDas Landhausgarten-Brocki ist ein Sprössling des Landverlag Langnau, und soll Ende August eröffnet werden.

Leider habe ich in meiner Arbeitswut Arbeitslust wieder einmal verpasst, die Ausgangsware zu fotografieren, deshalb gibt es hier nur die fertigen Kissenbezüge zu sehen…

Spitze!

Ich arbeitete das erste Mal mit Spitze und musste zuerst einmal herausfinden, wie diese am besten appliziert wird. Nach einigen Versuchen stellte ich fest, dass die Nähte auf den Rändern der Spitze fast unsichtbar sind, wenn ich sie mit  einem sehr schmalen Zickzackstich und einer Stichlänge von ca 2 mm nähe.

Zuerst also die Spitze auf den Stoff stecken, mit Heftfaden von Hand annähen, damit garantiert nichts mehr verrutscht und dann mit der Maschine aufnähen. Danach noch den Heftfaden unter der Naht hervorkrümeln und voilà.

Spitze applizieren

Entwürfe habe ich so gut wie keine gemacht. Die Ideen fand ich beim Spielen mit dem Material, dabei versuchte ich die Spitze so zu verteilen, dass ich am Schluss weder viele Reste noch zu wenig Borten habe. Das ging auch sehr gut auf, am Schluss blieb nur ein kleines Beutelchen mit Reststoffen und etwas Spitze übrig.

Abgesteppte Blume

Einer der Stoffe – ich denke es ist ein handgewobener Baumwoll- Leinen- Mischstoff war an manchen Stellen mit den Jahren etwas dünn geworden. Anstatt ihn einfach nur zu doppeln, legte ich noch ein Stück Volumenvlies dazwischen und quiltete eine einfache Blume. Auf diesem Kissen sind in Kreuzstich Initialen aufgestickt. Ob es wohl der Name Verenas Grossmutter ist?

Kissenbezug mit Quiltblume

Schmetterling

Besonders gefällt mir der applizierte Schmetterling. Dafür verwendete ich zwei dreieckige Abschnitte einer breiten Spitzenborte. Die „Vorzeichnung“ machte ich gleich mit Nadel und Heftfaden. So nähte ich die groben Umrisse der Flügel auf die Spitze, und damit die Spitze gleichzeitig auf den Stoff. Gerade bei feinen, rutschigen Stoffen lohnt es sich immer, zu heften. Dann sind beide Hände zum Führen des Stoffes frei und eben… Es verrutscht nicht unter dem Nähfuss…

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Mit einen zum Hintergrundstoff passenden, roten Oberfaden begann ich mit der Maschine die Umrisse der Flügel abzunähen. Weitere Nähte im Inneren der Flügel heben den Schmetterling mehr vom Hintergrund ab. Jetzt erst werden die Überstände mit einer feinen, scharfen Schere nah an der äusserten Naht abgeschnitten.

Als nächstes ist der Körper dran, ich forme aus einem Stück schmaler Borte einen Schmetterlingsleib, fummle die Ecken unter die Borte, hefte und nähe vorsichtig die Umrisse ab. Vervollständigt wird der Schmetterling natürlich noch mit Fühlern.

Einfach schön – Baumwollborte mit Blumenstickerei

Die Borte aus Baumwolle passt wirklich gut, zum blauen Karostoff. Diese Kombination istt für mich der Inbegriff von heimeligem Landhausstil. Ruhig, nicht aufdringlich und es fühlt sich natürlich an. (Ja, ich könnte immer wieder darüberstreichen, weil’s so schön ist…)

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Es war ein Mal ein Mehlsack

Nein, auf die naturfarbenen Säcke wollte ich keine Borten aufnähen. Leider auch hier kein Foto, wie die Dinger vor meinem Eingreifen aussahen… In ihrem früheren Leben sollen sie Mehlsäcke gewesen sein. Wieder einmal habe ich erst fotografiert, als alles vorbei war. Ich sollte wirklich das nächste Mal auch einige Arbeitsschritte festhalten. Wie dem auch sei, aus den Mehlsäcken wurde eine Gartenschürze und zwei Henkeltaschen. Henkeltaschen nähen macht übrigens grossen Spass, dem sollte ich mal einen eigenen Artikel widmen.

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Aus Mehlsack wird Tasche

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Die Stoffe erzählen Geschichten

Ich frage mich immer wieder, ob die Kissenbezüge wohl Verena’s Grossmutter gefallen hätten. Ich glaube zu spüren, dass jeder der Stoffe, den ich verarbeiten durfte eine Geschichte erzählt. Geschichten, die nun neu zusammengefügt werden, um weiter zu leben und Teil neuer Geschichten werden. Ich frage mich, was sie wohl selber mit den Spitzen vorhatte, oder ob sie übrig blieben, nachdem sie schon Teile davon verwendet hatte…

Einige Impressionen zum Abschluss

Spitze und Rüsche

Rückseite

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Duo in blau weiss

 

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